Schachklub 2000 e.V. erreicht erstmals Deutsche Pokalebene
Nach dem Erfolg im Unterfranken-Finale bei Klingenberg stand Anfang Juli das erste Spiel auf nordbayerischer Ebene an. Dabei trat man als Favorit bei Höchstadt an der Aisch an, die sich überraschend in Oberfranken durchsetzen, und wurde seiner Favoritenrolle schließlich auch gerecht.
Bernd Hümmer konnte am Spitzenbrett ein sicheres Remis einfahren, während Norbert Lukas an Brett lange darum kämpfen musste. Der Vorsitzende, Christian Rink, konnte dann auch remisieren. Zu diesem Zeitpunkt war der entscheidende Sieg von Udo Seidens an Brett 2 praktisch schon klar. Zunächst stellte Udo zwar einen Bauern ein, doch er behielt den besseren Überblick in der Partie und gewann verdient.
Am letzten Sonntag ging es dann zum Endspiel der nordbayerischen Ebene nach Erlangen, die sich in Mittelfranken und dann gegen Neutraubling durchsetzten. Aus der Eröffnung heraus erzielten alle Schweinfurter Spieler aussichtsreiche Stellungen, doch Christian Rink kam früh in Zeitnot und opferte daher im Übergang zum Endspiel falsch und verlor. Auch Udo Seidens (der bis dahin alle Pokalpartien gewann) fand im Mittelspiel nicht die beste Fortsetzung und der gegnerische Turm drang ein, räumte Bauern ab und Schweinfurt lag 0:2 hinten. Doch nach knapp vier Stunden konnte Bernd Hümmer den Anschluß erzielen, sein Bauernsturm am Königsflügel entschied. Nun lag es an Rainer Oechslein um das 2:2 und dem Sieg nach Berliner Wertung (obere Bretter zählen bei Gleichstand mehr) zu kämpfen. Im Endspiel geschah dann noch die kaum geglaubte Wendung; Rainer konnte den Springer tauschen und dabei einen Bauern und schließlich die Partie gewinnen.
Damit spielt der Schachklub Schweinfurt 2000 e.V. erstmals auf Deutscher Ebene um den Viererpokal!

Norbert Lukas
(Pressewart SK Schweinfurt 2000 e.V.)

Nachfolgend der Original-Bericht von Christian Rink zum Spiel in Erlangen:
„Aus der Eröffnung heraus erhielten wir alle annehmbare Stellungen,
Bernd Hümmer das Läuferpaar mit Raumvorteil im Zentrum und am Königsflügel bei nur minimalen Gegenspielchancen seines Gegners Stefan Liepold am Damenflügel aufgrund der verdoppelten c-Bauern,
Rainer Oechslein erhielt gegen Rodrigo Martin Fernandez aus dem königsindischen Vierbauernangriff bei geöffneter e-Linie ausreichendes Gegenspiel am Damenflügel,
Udo Seidens hatte zwar gegen Dustin Bachstein Raumnachteil, aber aufgrund der unglücklichen Springerstellung des Weißen auf h3 und der verdoppelten c-Bauern Möglichkeiten zu eigenem aktiven Spiel
und ich selbst kam aus der Rubinstein-Variante der Nimzowitsch-Indischen Eröffnung gegen Andreas Götz in ein aussichtsreiches Mittelspiel mit den sicher unterstützten Hängebauern auf c4 und d4 gegen das Bollwerk b6 und e6.
Leider kam ich früh in Zeitnot, und als ich die Gelegenheit hatte, in ein minimal besseres Endspiel abzuwickeln, opferte ich einen Bauern für einen weit vorgerückten Freibauern, der jedoch schnell (und mit ihm auch die Partie) verloren ging.
Udo fand in einem komplizierten Mittelspiel leider auch nicht die beste Fortsetzung, erhielt eine gedrückte Stellung und der gegnerische Turm konnte ungehindert ein paar Bauern fressen, wonach das Endspiel verloren war.
Ebenfalls noch kurz vor der Zeitkontrolle konnte Bernd den Anschlusstreffer erzielen, indem er durch konsequentes Vorrücken seiner Bauern am Königsflügel dort entscheidende Drohung schaffte, ehe sein Gegner, der sich darüber hinaus in starker Zeitnot befand, ein Gegenspiel einleiten konnte.
Bei Rainer war eine Entscheidung lange Zeit unwahrscheinlich, da der aktivere weiße Springer in einem Dame-Springer-Endspiel bei jeweils vier Bauern (ohne Freibauer) die minimal größere Aktivität der schwarzen Dame zu kompensieren schien. Als jedoch Weiß seine Bauernstellung schwächte und der schwarze Springer aktiviert werden konnte, gelang es Rainer nach dem Springertausch einen Bauern und im Anschluss dann auch das Damenendspiel zu gewinnen.“